Donnerstag, 20. Januar 2011

1. Das rechte Mass


Ich rannte durch die Wälder. Natürlich wäre ich jetzt lieber bei Bella aber ich hatte meine persönlichen Sperr-und Besuchszeiten. Außerdem musste ich dringend wieder jagen. Emmet hatte sich in den Kopf gesetzt mich zu begleiten, obwohl er erst vor zwei Tagen auf der Jagd gewesen war.

Er war weit hinter mir geblieben aber natürlich hörte ich noch seine Gedanken. Sie waren bei Rosalie, wie immer. Er dachte an Dinge bei denen ich mich am liebsten übergeben hätte, wenn ich könnte.

,,Edward ich wittere eine Gruppe Hirsche“, rief er mir in Gedanken zu, damit er die Tiere nicht vertrieb. Ich nickte zum Zeichen das ich ihn verstanden hatte. Wir schlichen uns näher an die Tiere ran. Ich suchte mir das größte Tier aus und sprang ihm auf den Rücken. Jetzt gab es kein Entkommen mehr für das Tier. Nachdem Emmet seine Tiere auch ausgetrunken hatte liefen wir wieder nach Forks zurück.

,,Junge wieso hast du es denn bitte so eilig??? Ich weiß ja das Bella dir fehlt aber...
Weiter kam er nicht den ich blieb abrupt stehen und fauchte ihn an:,, Ja sie fehlt mir aber hast du mal sieben Monate ohne Rosalie gelebt? Du weißt nicht was ich in den letzten Monaten durch gemacht habe!“

,,Bleib mal locker Edward.“

,,Entschuldige Emmet aber ich kann einfach nicht ohne sie auskommen. Nicht nach all den einsamen Monaten.“

Emmet grinste und sagte er verstehe das schon.

Als wir zu Hause ankamen war es erst sechs Uhr. Ich war frustriert. Noch eine Stunde dann durfte ich endlich zu Bella. Ich ging duschen und selbst danach war es erst zehn nach sechs.

Im Wohnzimmer saßen Carlisle und Esme vor dem Fernseher und sahen Nachrichten. Es ging um die Morde in Seattle. Carlisle seufzte und schaltete den Fernseher aus.
,, Es wird immer deutlicher, dass in Seattle ein neugeborener Vampir ist. Wenn wir nicht bald etwas unternehmen werden die Volturie kommen und gerade jetzt möchte ich sie nicht in der Nähe haben.“ ,sagte er ernst.

In einiger Entfernung kamen die Gedanken von Alice und Jasper in meinen Sinn.
,,Soll ich nochmal in die Stadt fahren und diese Schuhe kaufen? Und dieses tolle Kleid. Wenn ich mich nicht beeile und erst nächste Woche in die Stadt fahre sind die Sachen ja sowas von out!! Damit kann ich mich nirgendwo blicken lassen.“

Ja das waren typische Gedanken für Alice. Jasper dachte über die Vorfälle in Seattle nach.

Ich ging in mein Zimmer und griff mir irgendein Buch aus meinem Regal. Ich las ein bisschen, und dann war es endlich Zeit zu Bella zu fahren. Ich griff mir noch schnell einen dicken Umschlag und eine kleine Rolle mit Briefmarken. Schnell raste ich die Treppe hinunter und sprang in meinen Volvo.

Als ich in die Nähe von ihrem Haus kam hörte ich bereits Charlies Gedanken. Ich parkte vor dem Haus und ging schnell zur Tür und klopfte dreimal. Drinnen wurde hastig ein Stuhl nach hinten geschoben und schnelle Schritte kamen in Richtung Tür. Die Tür wurde geöffnet und da stand sie.

Mein Engel. Ihre warmen schokoladenfarbenden Augen blickten in meine. Am liebsten hätte ich sie in meine Arme gerissen und sie geküsst, aber Charlie wollte gleich kommen und sein Verhältnis mir gegenüber war nicht so gut seid ich Bella einmal verlassen hatte. So nahm ich nur ihre Hand in meine und Strich ihr einmal über ihre Wange.

,,So ein Idiot!!! Was er meiner Bella angetan hat wird er nie wieder gut machen können. Ich weiß das es ihr mit Jacob viel besser gehen würde!! Wenn er nur nicht wiedergekommen wäre. Dann würde jetzt vielleicht…"
Ich gab mir Mühe ein Knurren zu unterdrücken
,,Guten Abend Charlie“, sagte ich höflich.

,,So ein Schleimer!! Auch wenn Bella ihm verziehen hat, ICH werde es bestimmt NICHT tun!!! Er soll sich ja vorsehen. Wenn er ihr das nochmal antun wird… Ich wage gar nicht daran zu denken. Es wird sie zerbrechen.“
Charlie grunzte nur und blieb neben Bella stehen. Von seinem Gefühlschaos war ihm nichts anzumerken.

,,Ich habe dir noch einige Bewerbungsformulare mitgebracht“, sagte ich zu Bella, innerlich grinsend. Einige war noch untertrieben. Sie stöhnte und ich lächelte.

,,Bei einigen sind die Fristen noch nicht abgelaufen. Und einige sind bereit eine Ausnahme zu machen“, sagte ich leichthin. Ich war mir sicher dass sie wusste wieso. Und auch welche Summen dafür geflossen sind. Ihr Gesicht sprach Bände und ich lachte. Wir gingen in die Küche und während Bella den Tisch aufräumte legte ich den Stapel mit Bewerbungsformularen auf den Tisch.

,,Ach Edward apropos College. Bella und ich sprachen gerade darüber. Hast du dich schon entschieden wo du studieren willst?“, fragte Charlie mich.

Ich lächelte und sagte:,, Noch nicht. Ich habe zwar schon einige Zusagen bekommen, aber die Entscheidung ist noch nicht gefallen.“

,,Wo bist du denn angenommen?“, fragte Charlie.

,,In Syracuse, Harvard, Dartmouth und heute bekam ich eine Zusage von der Universität in Alaska.“, sagte ich.

,,Wow!! Naja man hört ja auch immer nur Gutes von den Cullens."
Das ist ja ganz schön aber die Uni in Alaska kommt ja bestimmt nicht ihn frage wenn du schon Zusagen von Elite-Unis hast. Dein Vater möchte doch bestimmt…“

,,Carlisle ist mit allem einverstanden was ich mache.“, antwortete ich gelassen.

,,Weißt du was Edward?“ fragte Bella fröhlich.

Natürlich wusste ich das sie eine Zusage aus Alaska bekommen hatte aber ich spielte das Spiel mit und fragte:,, Was denn Bella?“

,,Ich habe auch eine Zusage für Alaska bekommen.“

,,Gratuliere! So ein Zufall.“, sagte ich grinsend.

,,Na gut Bella ich gucke dann jetzt das Spiel. Halb Zehn dann“, sagte Charlie.

,,Ähm Dad hatten wir nicht gerade besprochen das ich keinen Hausarrest mehr habe?“, fragte Bella.

,,Ja ok dann halb elf. Wenn Schule ist, ist das die Grenze.

Natürlich wusste ich das Bella kein Hausarrest hatte aber ich ließ mir nichts anmerken und fragte erfreut: ,,Bella hat keinen Hausarrest mehr?“

,,Unter Vorbehalt. Was geht dich das an??“ fragte Charlie ungehalten.

,,Es ist nur das Alice unbedingt in die Stadt möchte und Bella würde bestimmt auch gerne in die Stadt.“, sagte ich und lächelte sie an.

,,Nein!“, sagte Charlie grollend und lief rot an.

,,Wieso denn nicht Dad?“

,,Ich will nicht das du jetzt nach Seattle fährst.“

,,Hä?", machte Bella verwirrt. Sie sah so begehrenswert aus, wenn sie verwirrt war. Wie sie ihre Stirn runzelte, und ihre kleinen Lippen schürzte.

,,Ich habe dir doch von dieser Bande erzählt die dort rumgeht. Ich will nicht das dir was passiert!"
,,Nachdem was ER dir angetan hat und ich drauf und dran war dich zu verlieren…“.

Ich zuckte kaum merklich zusammen, aber innerlich musste ich grinsen. Es war absurd das irgendein Mensch Bella etwas antun könnte solange Alice oder ich bei ihr waren.
Bella schien das gleiche zu denken, denn sie verdrehte die Augen und sagte: ,,Dad das ich von einem Blitz getroffen werde ist größer als…“

Ich unterbrach sie und sagte schnell: ,,Keine Sorge Charlie ich will auch nicht das Bella in Seattle unterwegs ist. Ich dachte eigentlich an Portland.“

,,Gut.“, sagte Charlie. Er ging in Richtung Wohnzimmer und schaltete den Fernseher an.

,,Was…“ setzte Bella an, doch ich unterbrach sie.

,,Warte mal ich glaube hier kannst du die selben Antworten verwenden. Die Fragen sind identisch.“

Sie seufzte und begann mit der Arbeit. Ich legte die Zeitung auf den Tisch und sah aus dem Fenster. Bella schnaubte und schob die Blätter von sich.

,,Was ist?“, fragte ich.

,,Das ist doch lächerlich. Dartmouth?“

Ich schob die Blätter wieder vor sie und sagte: ,,Bella es würde dir dort bestimmt gefallen. Und für mich gäbe es dort ein gutes Angebot von Abendkursen.“

,,Als ob ich dort ohne Bestechung überhaupt angenommen würde!! Oder ist das Teil des Darlehens? Der neue Cullen-Trakt der Bibliothek?

,,Bella würdest du bitte einfach nur die Bewerbung ausfüllen? Das kann ja nicht schaden.“

,,Weißt du was? Ich glaub dass mache ich nicht!!“

Ich nahm die Unterlagen mit einer Handbewegung die zu schnell für menschliche Augen war, und steckte sie in meine Jacke. Eine Weile starte Bella nur auf den Tisch, dann sah sie mich an. ,,Was hast du damit vor?“, fragte sie.

,,Ich kann deine Unterschrift ja besser als du und die Fragen hast du ja jetzt beantwortet.“

,,Jetzt treibst du es aber zu weit. Ich brauch mich nirgendwo zu bewerben. Ich bin in Alaska angenommen und die Studiengebühren für das erste Semester habe ich fast zusammen.“

,,Bella…"

"Fang nicht damit an. Ich weiß das ich die Prozedur Charlie zuliebe durchlaufen muss, aber wir wissen beide das ich nächstes Jahr nicht in der Verfassung sein werde auf die Uni zu gehen. Ich werde überhaupt nicht in die Nähe von Menschen gehen können.“, sagte sie scharf.

,,Ich dachte der Zeitpunkt wäre noch nicht entschieden. An der Uni würde es dir gefallen und du würdest viele neue Erfahrungen sammeln.“ ,sagte ich sanft.

,,Die mache ich eben danach.“, sagte sie stur.

,,Das wäre nicht dasselbe.“

,,Edward sei doch vernünftig, wir dürfen kein Risiko eingehen.“ ,sagte sie.

,,Es besteht keine Gefahr.“, sagte ich.

Sie schaute mich wütend an und ich wusste was sie dachte. Victoria, die Volturi… Ich verlies mich auf Alice das sie uns rechtzeitig warnte und auf Alice war immer Verlass. Ich sah in ihrem Gesicht das sie etwas bedrückte. ,,Bella es eilt ja nicht. Ich werde nicht zulassen das dir jemand etwas antut. Du hast alle Zeit der Welt.“ Der nächste Satz war, als würde sie mir ein Messer in die Brust rammte.

,,Ich will mich aber beeilen. Ich will auch ein Monster werden.“

Ich biss die Zähne zusammen um mir eine scharfe Antwort zu verkneifen. ,,Du weißt ja nicht, was du da sagst!“ Ich warf ihr die Zeitung auf den Tisch.

Sie sah mich an und fragte: ,,Was hat das denn bitte damit zutun?“

,,Monster sind keine Witze Bella“ ,flüsterte ich.

Sie erstarrte und sah mir ins Gesicht. "Du meinst…der Mörder ist ein…Vampir?“

Ich lächelte bitter und ohne jegliche Wärme. ,,Du würdest dich wundern wie oft jemand unseresgleichen hinter den Morden steckt die auf ein Tier geschoben werden. Alles deutet darauf hin das in Seattle ein neugeborener Vampir rumläuft.“

Sie schaute wieder auf die Zeitung.

,,Wir beobachten die Vorfälle in Seattle schon länger. Alles deutet darauf hin. Das unerklärliche Verschwinden von Menschen in der Nacht, die undefinierbaren Leichen, der Mangel an Beweisen… Es ist ein Neuling und niemand scheint sich ihm anzunehmen. Die Tatsache das es Monster gibt, hat auch monströse Folgen.“

,,Bei mir wäre das nicht so.“, flüsterte sie so leise das ich nicht sicher war ob sie mit mir oder mit sich selbst sprach. ,,Das würdest du nicht zulassen. Wir ziehen in die Antarktis.“

Ich schnaubte. ,,Pinguine. Delikat.“

Sie lachte zittrig und fegte die Zeitung vom Tisch. ,,Dann also Juneau. Irgendwo wo es Grizzlys in rauen Mengen gibt.“, sagte sie.

,,Noch besser.“, widersprach ich ihr. ,,Dort gibt es auch Polarbären. Die sind sehr wild. Und die Wölfe werden dort auch sehr groß. Sie zuckte zusammen und ihr entwich sich ein kleiner Schrei. ,,Was ist?“, fragte ich. Bevor sie mir antwortete begriff ich schon. Jacob. ,,Ach so. Dann lassen wir die Wölfe liebe weg. Mein Ton war hart und förmlich.

,,Edward er war mein bester Freund.“, murmelte sie.

Es tat mir weh zu sehen wie sie darunter litt, aber ich spürte einen Gewissen Abscheu Jacob gegenüber. Ich konnte es ihm nicht verübeln das er sich in Bella verliebt hat, aber das er sie immer überzeugen wollte es würde ihr mit ihm besser gehen als mit mir machte mich wütend. Noch mehr weh tat es mir allerdings, dass sie sich wegen Jacob so quälte. Ich wusste, dass Bella mich sehr liebte, und doch hatte ich Angst. Angst, sie könnte mich verlassen. Nur durch meine Selbstsucht, wurde Bella in eine Welt hineingezogen, von der sie nichts wusste, bevor sie nach Forks kam. Ich würde sie nie wieder verlassen. Doch sie gehen würde, würde ich sie nicht aufhalten.

Natürlich war ich auch nicht gut für sie, ich war schließlich ein Vampir, aber er war ein junger Werwolf. Was alles passieren könnte wenn er sich einmal nur nicht in der Gewalt hatte. Mein Zögern dauerte nur Sekunden sie konnte es nicht bemerkt haben.

,,Bitte verzeih meine Gedankenlosigkeit.“, sagte ich, immer noch sehr förmlich.

,,Schon gut.“, sagte sie.

Einen Moment schwiegen wir beide, dann hob ich ihr Kinn an und zwang sie so mir in die Augen zu sehen. ,,Es tut mir leid. Wirklich.“, sagte ich mit sanftere Stimme.

,,Ich weiß. Ich weiß auch, dass das etwas anderes ist. Ich hätte nicht so reagieren sollen. Es ist nur so…ich hatte schon an Jacob gedacht bevor du kamst.“, sagte sie. Bei Jacobs Namen durchfuhr mich die Eifersucht und meine Augen wurden dunkler. ,,Charlie sagt, Jake geht es nicht gut. Er leidet und das ist meine Schuld.“, sagte sie mit flehender Stimme.

,,Es ist nicht deine Schuld Bella.“, sagte ich.

Sie holte tief Luft und sagte: ,,Ich muss versuchen, es wieder gut zu machen. Das bin ich ihm schuldig. Und außerdem hat Charlie es zur Bedingung gemacht.“

Während sie sprach verfinsterte sich mein Gesichtsausdruck. ,,Es kommt überhaupt nicht in Frage das du dich in die Nähe eines jungen Werwolfs begibst. Und wenn jemand von uns deren Gebiet betreten würde wäre das gegen den Vertrag. Willst du das wir einen Krieg anfangen?“

,,Natürlich nicht!“

,,Dann brauchen wir nicht weiter darüber zu reden.“, sagte ich. Mein Blick fiel auf das Buch Sturmhöhe, das auf dem Tisch liegt. ,,Es freut mich das Charlie dir Ausgang gewährt hat. Du musst dringend in eine Buchhandlung. Ich kann nicht glauben dass du Sturmhöhe schon wieder liest. Kannst du es noch nicht auswendig?“

,,Nicht jeder hat ein fotografisches Gedächtnis so wie du?“, verteidigte sie sich.

,,Fotografisches Gedächtnis hin oder her, ich begreife einfach nicht, was dir daran gefällt. Die Figuren sind furchtbare Menschen, die einander das Leben zur Hölle machen. Es ist mir ein Rätsel wie man Heathcliff und Cathy mit Paaren wie Romeo und Julia oder Elizabeth Bennett und Mr Darcy auf eine Stufe stellt. Es ist keine Liebesgeschichte, sondern eine Hassgeschichte.“, sagte ich.

,,Mit den Klassikern hast du’s wohl nicht so.“, sagte sie schnippisch.

,,Vielleicht weil mich das Alte nicht so interessiert.“ Ich lächelte, sehr zufrieden dass ich sie abgelenkt hatte. ,,Im Ernst, warum liest du es immer wieder?“ Das interessierte mich, denn ich habe schon immer versucht zu verstehen wie ihr Denken funktioniert. Ich nahm ihr Gesicht in meine Hände. ,,Was gefällt die so daran?“

,,Ich weiß nicht so genau.“, gab sie zu. ,,Ich glaube, es hat mit der Unausweichlichkeit zu tun. Dass nichts sie trennen kann. Weder Cathys Egoismus noch Heathcliffs Boshaftigkeit, am Ende nicht einmal der Tod…“, sagte sie sanft.

Ich dachte über ihre Worte nach. Nach einer Weile lächelte ich sie neckend an. ,,Dennoch glaube ich, dass die Geschichte besser wäre wenn wenigstens einer von beiden wenigstens eine gute Eigenschaft hätte.“

,,Vielleicht ist das der springende Punkt. Ihre Liebe ist ihre einzige gute Eigenschaft.“, sagte Bella lächelnd.

,,Ich hoffe, du bist vernünftiger – und verliebst dich nicht in jemanden der so … boshaft ist.“, sagte ich grinsend.

,,Es ist ein bisschen spät, sich Gedanken zu machen in wen ich mich verliebe.“, sagte sie. ,,Aber obwohl mich niemand vorgewarnt hat, finde ich dass ich das ganz gut hinbekommen habe.“

Ihre Worte erwärmten meinen eiskalten Körper. Ich lachte und sagte: ,,Es freut mich dass du so darüber denkst.“

,,Und ich hoffe, du bist klug genug, dich von Frauen fernzuhalten, die so selbstsüchtig sind. Catherine ist das eigentliche Problem, nicht Heathcliff.“, sagte Bella.

,,Ich werde mich hüten.“, versprach ich grinsend.

Bella legt ihre kleine Hand in meine eiskalte. Ihre Wärme war so angenehm. Sie zog sie an ihr Gesicht. ,,Ich muss Jacob sehen.“

Ich schloss gequält meine Augen. Einerseits wollte ich das sie ihn sah damit sie sich nicht mehr damit quälte, aber andererseits wollte ich sie auf keinen Fall auch nur in der Nähe eines jungen Werwolfs haben. ,,Nein!“, erwiderte ich deshalb.

,,Es ist wirklich nicht gefährlich.“, sagte sie fast flehend. ,,Früher habe ich den ganzen Tag in La Push verbracht und es ist nichts passiert.“ Ich hörte wie ihr Herz schneller schlug und ich hörte die Lüge raus. Ich nickte als hätte sie gestanden das sie gelogen hatte.

,,Werwölfe sind unberechenbar. Häufig werden Menschen in ihrer Nähe verletzt oder getötet.“, sagte ich mit Nachdruck. Ich wartet bis sie mir antwortete.

,,Du kennst sie nicht.“, flüsterte Bella.

,,Ich kenne sie besser als du denkst, Bella. Ich war beim letzten Mal dabei.“

,,Beim letzten mal?“

,,Vor über siebzig Jahren kamen wir den Wölfen erstmals in die Quere. Da hatten wir uns in der Nähe von Hoquiam niedergelassen. Alice und Jasper hatten sich uns damals noch nicht angeschlossen gehabt, die Wölfe waren in der Unterzahl. Sie hätten trotzdem gekämpft, wenn Carlisle nicht gewesen wäre. Er sprach mit Ephraim Black und so schlossen wir den Vertrag. Wir glaubten mit Ephraim wäre die Linie ausgestorben. Das der genetische Trick verloren gegangen sei.“ Ich brach ab und sah sie vorwurfsvoll an.

,,Ist dir klar dass deine Anziehungskraft auf alles Gefährliche stark genug war um ein Rudel ausgestorbener, mutierter Hunde zurück ins Leben zu rufen?“

Sie sah mich an und sagte: ,,Aber ich habe sie doch nicht ins Leben zurück gerufen. Weißt du das denn nicht?“

,,Was soll ich wissen?“, fragte ich, nun ehrlich neugierig.

,,Ich habe gar nichts damit zu tun. Die Wölfe sind zurück gekommen, weil die Vampire wieder gekommen sind.“

Ich starte sie an. Ich war so perplex dass ich mich nicht rühren.

,,Jacob hat mir erzählt das die Dinge in Gang gekommen sind , weil deine Familie hierher gezogen ist. Ich dachte das wüsstet du…“, sagte Bella.

Meine Augen wurden schmal. ,,Das glauben sie?“

,,Edward betrachte es doch mal logisch. Vor siebzig Jahren kamt ihr hierher und die Werwölfe sind aufgetaucht. Jetzt seid ihr wieder da und die Wölfe sind da. Glaubst du das ist ein Zufall?“

Ich blinzelte und mein Blick wurde klarer. ,,Diese Theorie wird Carlisle interessieren."

,,Theorie.“, spottete sie.

Ich schwieg eine Weile und schaute aus dem Fenster. ,,Interessant aber nicht besonders relevant. Trotzdem, es ändert nichts an der Lage.“, sagte ich.

Bella stand auf und kam auf mich zu. Ich breitete meine Arme aus und sie setzte sich auf meinen Schoß. ,,Jetzt hör mir mal zu. Jake leidet. Ich muss einfach versuchen ihm zu helfen. Nur weil er nicht immer ein Mensch ist. Er war ja auch für mich da als ich selber…kein richtiger…Mensch war.“

Ich zuckte zusammen und mein Körper fühlte sich an als würde er in Flammen auf gehen. ,,Wenn er mir nicht geholfen hätte…ich weiß nicht wie du mich dann vorgefunden hättest. Ich möchte es wieder gut machen. Das bin ich ihm schuldig Edward.“

,,Ich werde mir nie verzeihen können das ich dich verlassen habe. Und wenn ich hunderttausend Jahre lebe.“, flüsterte ich.

,,Du wolltest ja nur das Richtige tun. Außerdem bist du ja jetzt hier. Das ist das Einzige was zählt.“, sagte sie sanft.

,,Wäre ich nicht fortgegangen, würdest du nicht dein Leben aufs Spiel setzten wollen um einen Hund zu trösten.“, murmelte ich. Bei dem Wort Hund zuckte sie zusammen.

,,Ich weiß nicht wie ich es am besten ausdrücken soll.“, sagte ich düster. ,,Aber ich war so nah dran dich zu verlieren. Ich kenne das Gefühl dich verloren zu haben. Ich lasse nicht zu das du dich in Gefahr begibst.

,,Du musst mir vertrauen Edward. Mir passiert schon nichts.“
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Ich sah sie gequält an. ,,Bitte Bella.“, flüsterte ich.

,,Bitte was?“, fragte sie.

,,Bitte tu es für mich. Bitte gib acht das dir nichts passiert. Ich tue was ich kann, aber ein bisschen Hilfe könnte ich schon brauchen.

,,Ich gebe mein Bestes“, murmelte sie.

,,Hast du überhaupt eine Ahnung , wie viel du mir bedeutest? Hast du eine Vorstellung davon wie sehr ich dich liebe?“ Mit diesen Worten zog ich sie noch fester an meine Brust.

,,Ich weiß nur wie sehr ich dich liebe“, sagte sie und drückte ihre warmen, weichen Lippen an meinen kalten Hals. Ihre Wärme war so angenehm.

,,Du vergleichst ein Bäumchen mit einem ganzen Wald“, sagte ich.

,,Unmöglich“, erwiderte sie.

Ich küsste sie auf ihr Haar. ,,Keine Werwölfe.“

,,Das kann ich dir nicht versprechen. Ich muss Jacob sehen“, sagte sie.

,,Das werde ich zu verhindern wissen“, drohte ich.

,,Wir werden sehen“, sagte sie. ,,Er ist immer noch mein Freund.“

Wir erledigten den restlichen Papierkram. Als es halb neun war, waren wir fertig, und zogen uns in ihr Zimmer zurück. ,,Ach Bella was ich dir noch sagen wollte…“, begann ich, brach dann aber ab, weil ich nicht wusste wie ich es formulieren sollte.

,,Was ist denn Edward? Spuck es schon aus“, sagte sie kichernd.

Ich seufzte und fuhr fort. ,,Alice wollte einen richtigen Mädelsabend mal mit dir machen. Also mit DVD’s, schminken…“

,,Nein, das kommt nicht in Frage Edward“, unterbrach sie mich. ,,Du weißt das ich sowas nicht mag, und Alice erst recht! Das sie mich wie eine große Barbiepuppe am Tag vom Abschlussball behandelt hat reicht mir. Das war fürchterlich.“

,,Hm“, machte ich nur. In Erinnerung an den Abschlussball vor ungefähr einem Jahr fühlte ich mich so berauscht. Damals hatte ich zum ersten Mal mit Bella getanzt. Es war ein wundervoller Abend gewesen, bis Jacob Black aufgetaucht war. Er war damals schon auf mich eifersüchtig wegen Bella gewesen. Er hatte gehofft das es eines Tages mehr zwischen ihnen geben könne als nur Freundschaft.

Als es halb elf war ging runter und verabschiedete mich von Charlie und Bella. Wenn Charlie wüsste das ich jede Nacht bei Bella im Zimmer verbringe würde er garantiert eine Überwachungskamera in ihrem Zimmer installieren.

Ich fuhr schnell nach Hause und rannte wie der Blitz wieder zu Bella. Als ich bei ihr ankam schlief sie schon. Sie wälzte sich im Bett hin und her. Schnell legte ich mich zu ihr und sprach leise mit ihr. Es schien zu helfen und sie beruhigte sich wieder.

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